Die »anderen« Bienen
Wußten Sie, daß es allein in Deutschland mehr als 550 verschiedene Bienen-Arten gibt? In der Schweiz wissen wir von über 580 Arten, in Österreich von über 650 Arten. Weltweit sind bislang mehr als 16.000 Arten beschrieben worden! Von all diesen Arten ist nur eine einzige in der heimischen Fauna als Honig- und Wachslieferantin bekannt: die Honigbiene (Apis mellifera), eine der wenigen Bienenarten, die vom Menschen seit langem genutzt wird. Dagegen sind die weitaus meisten Bienenarten, zu denen u.a. die Sand-, Mauer-, Woll- oder Pelzbienen und nicht zuletzt die Hummeln gehören, jedoch wildlebend.
So wie man »Nutzpflanzen« und »Wildpflanzen« unterscheidet, so werden alle wildlebenden Bienenarten als »Wildbienen« bezeichnet, um sie von den zur Honiggewinnung oder für die Nutzpflanzenbestäubung eingesetzten »Nutzbienen« zu unterscheiden. Gäbe es bei uns so wie in Afrika noch die wildlebende Form der Honigbiene, würde auch sie demnach zu den Wildbienen zählen.
Zoologisch betrachtet gehören Wildbienen wie Nutzbienen innerhalb der Insektenordnung der Hautflügler (Hymenoptera) zur Familie Apidae (weiteres zur Klassifikation der Bienen); die korrekte deutsche Bezeichnung hierfür ist »Bienen«. Dieser Begriff bezieht sich also nicht nur auf die eine Art Honigbiene!
Aus der großen Farb- und Formenfülle der in Mitteleuropa vorkommenden Arten seien einige Vertreter vorgestellt:
Obere Reihe von links nach rechts: Colletes similis,
Andrena fulva, Anthidium oblongatum.
Untere Reihe von links nach rechts: Ceratina chalybea, Megachile nigriventris,
Melecta luctuosa [Großansicht:
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Eine Arbeiterin der Honigbiene beim Pollensammeln auf dem Blütenstand des Flohkrauts (Pulicaria dysenterica).
Obwohl vielen Menschen der Begriff »Wildbienen«
nicht mehr
so fremd ist, wird die landläufige Vorstellung von Bienen immer noch
von der Honigbiene, der »Nutzbiene« schlechthin, derart bestimmt,
daß es
vielen Menschen schwer fällt, außer dieser Hausbiene des Imkers auch
noch andere Insekten als Bienen zu bezeichnen.
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Als »Nutzbienen« werden zunehmend auch Erdhummeln (Bombus terrestris) in Gewächshäusern für die Bestäubung von Tomaten eingesetzt. In den USA, in Kanada und in vielen anderen anderen Ländern wird die Luzerne-Blattschneiderbiene (Megachile rotundata) in riesiger Zahl vermehrt und in speziellen Nistanlagen zu den Luzernefeldern gebracht, damit sie dort ihrer Bestäubungstätigkeit nachgehen kann.

Links: Eine Köngin der Dunklen Erdhummel (Bombus terrestris) beim Besuch von Blüten der Kultur-Heidelbeere (Vaccinium corymbosum). Rechts: Weibchen der Luzerne-Blattschneiderbiene (Megachile rotundata).
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