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Lebensraum Magerrasen

Einsiedler - Staatenbildner - »Kuckucke«

Wildbienen sind sehr vielgestaltige Insekten mit den unterschiedlichsten Zeichnungen und Färbungen. Hinzu kommt eine fast unüberschaubare Vielfalt an Lebensweisen. Die meisten Wildbienen leben solitär, d. h. jedes Weibchen baut sein Nest und versorgt seine Brut für sich allein, also ohne Mithilfe von Artgenossen. Zu den sozialen Bienen gehören außer einigen Schmal- und Furchenbienen auch die Hummeln, die in einjährigen Staaten leben. Die parasitischen Bienen versorgen keine eigenen Nester, sondern legen ihre Eier in die Brutzellen nestbauender Arten und heißen daher auch »Kuckucksbienen«. Bienennester findet man - von Art zu Art verschieden - u.a. in abgestorbenem Holz, in dürren Pflanzenstengeln, in leeren Schneckenhäusern oder an Felsen. Fast drei Viertel aller Arten nisten in der Erde.

  • Megachile alpicola - Kleine Blattschneiderbiene (Weibchen)
  • Halictus scabiosae - Braunfilzige Furchenbiene - Weibchen in Klatschmohn-Blüte
  • Nomada flava - Weibchen auf Zweihäusiger Zaunrübe
 

Von links nach rechts: Megachile alpicola Weibchen (solitäre Lebensweise), Halictus scabiosae Weibchen (soziale Lebensweise), Nomada flava Weibchen (parasitische Lebensweise). [Großansicht: Auf ein Bild klicken.]

Unverzichtbare Bestäuber

Alle Wildbienen sind intensive Blütenbesucher: sie ernähren sich nicht nur als adulte Insekten von Pollen und Nektar, diese Blütenprodukte werden von den nestbauenden Arten auch zur Versorgung ihrer Brut ausgiebig gesammelt. Deshalb sind viel mehr Blütenbesuche als zur Eigenversorgung nötig. Gerade das macht Wildbienen im Vergleich zu anderen blütenbesuchenden Insekten zu besonders effizienten Bestäubern nicht nur von Wildkräutern, sondern auch von Obstbäumen, Beerensträuchern und Feldfrüchten.

Wichtig für die Ernährungsvorsorge

Die meisten insektenblütigen Pflanzen sind auf Wildbienen als Pollenüberträger angewiesen. Dies gilt auch für zahlreiche Nutzpflanzen. Gute Beispiele hierfür sind die Saatgutproduktion und die Pflanzenzüchtung, für die weltweit zunehmend Wildbienen eingesetzt werden.

Andrena lapponica, Weibchen an Heidelbeere

Die Lappländische Sandbiene (Andrena lapponica) ist in den Wäldern eine wichtige Bestäuberin der Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus). Siehe dazu auch den Besuch im Heidelbeerwald.


Vielfältige Abhängigkeiten

Nicht nur unzählige Pflanzen brauchen Wildbienen als Bestäuber, auch Vertreter verschiedenster anderer Organismengruppen (u.a. bestimmte Käfer, Schmetterlinge, Fliegen, Schlupfwespen, Goldwespen, Vögel) leben von ihnen oder entwickeln sich in ihren Nestern. Viele dieser Organismen sind derart spezialisiert, daß sie ohne ganz bestimmte Bienenwirte überhaupt nicht existieren können. Die Erhaltung und Förderung von Wildbienen ist somit die Voraussetzung für die Bestandessicherung auch dieser Lebewesen.

  • Leucospis dorsigera - Erzwespe
  • Chrysis austriaca - Goldwespe
  • Trichodes alvearius - Bienenwolf
 

Die Erzwespe Leucospis dorsigera bei der Eiablage in eine Zelle der Mauerbienenart Osmia adunca. –
Die Goldwespe Chrysis austriaca schmarotzt bei Arten der Bienengattung Osmia (Mauerbienen). Siehe auch die Fotogalerie der Goldwespen. –
Der zu den Käfern zählende Bienenwolf (Trichodes alvearius) schmarotzt bei Wildbienen und anderen Stechimmen. [Großansicht: Auf ein Bild klicken.]

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